Dein Leitfaden zum Werkstudent Gehalt

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Für viele Studierende ist es notwendig, neben dem Studium arbeiten zu gehen. Eine Möglichkeit, um nebenbei ein wenig Geld zu verdienen ist der sogenannte Minijob, bei dem du laut demBundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) (Stand Juni 2022) 450€ im Monat verdienst. Solltest du aber mehr Geld verdienen und am besten auch noch etwas machen wollen, das im Zusammenhang mit deinem Studium steht, ist ein Werkstudentenjob genau das Richtige für dich. Solltest du mit dem Gedanken spielen, dir so einen Job zu suchen, dir aber nicht sicher sein, auf was du alles achten solltest, könnte dich dieser Artikel interessieren. Wir erklären dir nämlich alles, was du wissen musst, wenn es um das Werkstudent Gehalt geht.

Was genau ist ein:e Werkstudent:in?

Werkstudent:innen zeichnen sich dadurch aus, dass sie neben dem Vollzeitstudium in einem Unternehmen arbeiten. Bestenfalls schon in einer Branche, die etwas mit ihrem Studium zu tun hat, das ist aber kein Muss. 

Um ein Werkstudent zu sein, musst du zwei Voraussetzungen erfüllen:

  • Dein Studium muss die meiste Zeit einnehmen, das heißt, du musst in einem Vollzeitstudium immatrikuliert sein (und darfst dich nicht in einem Urlaubssemester befinden). 
  • Du darfst maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten.

Gründe neben dem Gehalt, um als Werkstudent:in zu arbeiten

Neben dem Geld gibt es natürlich auch noch andere Gründe, um einen Werkstudentenjob anzunehmen:

  • Du sammelst Praxiserfahrung.
  • Du knüpfst Kontakte.
  • Du kannst herausfinden, was dir liegt und was nicht.

Wie lange dürfen Werkstudent:innen arbeiten?

Die Arbeitszeit eines Werkstudenten ist gesetzlich geregelt. Laut diesen Regelungen darfst du während der Vorlesungszeit maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten. 

In der vorlesungsfreien Zeit darfst du auch bis zu 40 Stunden pro Woche arbeiten. Hier musst du aber eine Regelung beachten, die besagt, dass du nur maximal 26 Wochen pro Beschäftigungsjahr 40 Stunden arbeiten darfst. 

Mehr Informationen zu den Regelungen findest du auf der Website der deutschenStudentenwerke.

Solltest du diese vorgegebenen Angaben überschreiten, gilst du nicht mehr als Werkstudent:in, was heißt, dass die Vorteile, die wir dir hier aufzeigen, nicht mehr gelten. Achte also darauf, diese Regeln zu befolgen. 

Wie hoch ist das Gehalt des Werkstudenten?

Als Werkstudent hast du Anspruch auf den Mindestlohn, der lautBMAS ab 1.Juli 2022 bei 10,46€ pro Stunde liegt. Ab 1. Oktober 2022 wird der Mindestlohn noch einmal auf 12€ angehoben. Dieser Stundenlohn ist dir also sicher, die meisten Werkstudentenjobs zahlen allerdings auch mehr. 

Der Stundenlohn eines Werkstudenten kann frei bestimmt werden, in vielen Fällen solltest du also mit mehr als dem Mindestlohn rechnen können.

Da viele Werkstudent:innen nicht jeden Monat die gleiche Anzahl an Stunden arbeiten und pro Stunde bezahlt werden, kannst du dir dein Bruttogehalt ganz einfach selber ausrechnen, indem du deine geleisteten Stunden mit deinem Stundenlohn multiplizierst. 

Wenn wir zum Beispiel von dem Mindestlohn von 10,46€ und einer Arbeitszeit von maximal 20 Stunden pro Woche ausgehen, würdest du also mindestens 836€ brutto pro Monat verdienen. 

Du siehst also, dass es kein einheitliches Werkstudent Gehalt gibt. Weitere Faktoren, von denen dein Gehalt abhängig ist, sind:

  • deine Qualifikationen
  • dein Studiengang
  • die Größe des Unternehmens
  • die Unternehmensform
  • der Arbeitsort

Natürlich solltest du aber auch nicht einfach vom Mindestlohn ausgehen. Im Durchschnitt verdienen Werkstudenten bei einem Mindestlohn von 9,82€ (Stand Januar 2022) zwischen 10€ und 15€ pro Stunde. 

Erhalte ich als Werkstudent:in Urlaubs- und Weihnachtsgeld?

Eine weitere wichtige Frage, wenn es zum Werkstudent Gehalt kommt. Letzten Endes ist das sehr individuell geregelt, kann also nicht klar mit ja oder nein beantwortet werden. Du kannst dir aber merken, dass wenn Arbeitnehmer in einem Unternehmen gewöhnlich Urlaubs- und Weihnachtsgeld erhalten, du das in der Regel auch bekommst. Pass aber auf, dass du dir die dadurch anfallenden Steuern mit der Steuererklärung zurückholst.  

Wie viel Gehalt darf ich als Werkstudent:in verdienen?

Wie schon erwähnt, steht dir mindestens der Mindestlohn zu. Allerdings gibt es theoretisch keine Obergrenze, wenn es um das Gehalt geht. Zu viel erwarten solltest du aber trotzdem nicht, immerhin bist du ein:e Student:in und kein:e Vollzeitmitarbeiter:in mit Berufserfahrung. 

Du musst außerdem darauf achten, dass Dinge wie die Krankenversicherung, die Lohnsteuer und dein BAföG dein Gehalt beeinflussen können. 

Das Werkstudentenprivileg

DieDeutsche Rentenversicherung erklärt, dass du als Werkstudent:in zusätzliche Vorteile in Form von dem sogenannten Werkstudentenprivileg hast. Dadurch bist du von der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung befreit.

Bitte beachte aber, dass diese Vorteile nur so lange bestehen, wie du die zwei anfangs erwähnten Voraussetzungen erfüllst! 

Sonderfall gesetzliche Krankenkasse

Bei der gesetzlichen Krankenkasse gibt es die Regelung, dass du während deiner Berufsausbildung (dazu zählt auch das Studium), bis du 25 Jahre alt bist, familienversichert bist. Das heißt, dass du theoretisch keine Beiträge für die Krankenversicherung bezahlen musst, wenn du unter 25 bist.

Beachte aber, dass es für diese Regel eine Einkommensgrenze gibt: Bei Minijobs liegt diese Grenze laut derTechniker Krankenkasse bei 450€ pro Monat, allgemein aber bei nicht mehr als 470€ im Monat. Verdienst du mehr, musst du dich selbst bei einer Krankenkasse versichern. Das Gleiche gilt auch, sobald du 25 Jahre alt bist, da dann aber unabhängig davon, wieviel du verdienst.

Beiträge für Studenten liegen etwa zwischen 90 und 100€ (inklusive Pflegeversicherung zwischen 105€ und 115€).

Was du wissen musst: Steuern und Freibeträge

Obwohl die meisten Werkstudent:innen nicht so viel verdienen, dass sie die Lohnsteuer zahlen müssen, ist es doch wichtig, informiert zu sein, falls es dazu kommen sollte. 

Werkstudent:innen werden genauso versteuert wie andere Arbeitnehmende auch. Deshalb hier ein paar Informationen zur Lohnsteuer vonLohn-Info:

  • Die Lohnsteuer ist davon abhängig, wie viel du verdienst und in welcher Steuerklasse du bist (in der Regel Steuerklasse 1).
  • Du musst die Lohnsteuer erst ab einem gewissen Jahreseinkommen - dem Grundfreibetrag - bezahlen. 2022 liegt dieser bei 9.984€ pro Jahr, also 832€ pro Monat. 
  • Der Freibetrag kann sich durch verschiedene Pauschalen erhöhen:
    • Arbeitnehmerpauschale (Werbungskosten): 1.000€
    • Sonderausgabenpauschale: 36€
    • Vorsorgepauschale: abhängig vom Arbeitslohn, setzt sich aus Teilbeträgen für die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung zusammen

Wie wirkt sich mein Werkstudent Gehalt auf mein BAföG aus?

Du darfst natürlich als Werkstudent:in arbeiten, wenn du BAföG beziehst. Du solltest aber wissen, dass sich dein Gehalt auf deinen BAföG-Satz auswirken könnte.Studis Online hat alle relevanten Informationen zum BAföG und den Neuerungen zusammengestellt. Laut Ihnen liegt der Freibetrag aktuell bei 450€ im Monat, also 5.400€ pro Jahr. Solltest du also monatlich mehr verdienen, hat dies erst Auswirkungen auf dein BAFöG, wenn du die Jahresgrenze erreicht hast. 

Durch die Mindestlohnerhöhung erhöht sich auch das Monatsgehalt von Minijobbern auf 520€. Dies gilt dann ab Oktober 2022 auch als monatlicher Freibetrag. Jährlich wären das dann 6.240€. 

Bekomme ich weiterhin Kindergeld, wenn ich als Werkstudent:in arbeite?

Solange du dich an die Regel von nicht mehr als 20 Arbeitsstunden pro Woche hältst und unter 25 Jahre alt bist, bekommst du auch Kindergeld. Das Gehalt spielt hier keine Rolle.

Noch ein paar Tipps

  • Mach dir als Werkstudent einen Finanzplan und gehe durch, was für Beiträge du bezahlen musst. Rechne aus, ob sich ein Werkstudenten Job für dich gehaltlich lohnt. 
  • Denke aber nicht nur an das Gehalt. Werkstudent Jobs kommen auch mit anderen Vorteilen. Werde dir darüber klar, wie dich ein Werkstudentenjob fördern kann. 
  • In diesen Branchen ist das Werkstudent Gehalt besonders hoch:
    • Unternehmensberatung
    • Pharmaindustrie
    • Finanzbranche
    • Automobilbranche