So verfasst du ein gutes Bewerbungsschreiben (mit Beispiel)

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Neben dem Lebenslauf ist das Bewerbungsschreiben eines der wichtigsten Bewerbungsdokumente, auf das Personaler Wert legen. Zusammen mit dem Lebenslauf sorgt das Anschreiben dafür, dass du ihre Aufmerksamkeit gewinnst und einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Oft kann das Schreiben darüber entscheiden, ob du zum Vorstellungsgespräch eingeladen wirst oder nicht. 

  • So wird das Bewerbungsschreiben aufgebaut
  • Der Inhalt eines Bewerbungsschreibens 
  • So sprichst du über Gehaltsvorstellungen
  • Beispiele für passende Schlusssätze
  • Vermeide folgende Fehler 
  • Tipps & Tricks
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So wird das Bewerbungsschreiben aufgebaut

Halte dich, wenn möglich, bei deinem Bewerbungsschreiben an diesen Aufbau und überzeuge damit deine:n zukünftigen Arbeitgeber:in.

  • Briefkopf 
  • Anrede
  • Einleitung
  • Hauptteil
  • Unternehmensbezug
  • Schluss

Der Inhalt eines Bewerbungsschreibens 

Das Bewerbungsschreiben sollte nie länger als eine DIN-A4 Seite sein. Achte also darauf, dass du zwar alle wichtigen Informationen nennst, aber auch nicht zu ausschweifend wirst:

1. Der Briefkopf

In den Briefkopf schreibst du wichtige Kontaktdaten sowie den Betreff und das Datum. Gehe dabei wie folgt vor: 

  • Kontaktdaten. Hier nennst du deine persönlichen Informationen wie Name, Adresse, E-Mail Adresse und Telefonnummer.
  • Empfänger. Hier kommt Name und Anschrift des Ansprechpartners bzw. des Unternehmens hin. Also: Name Ansprechpartner:in, Name Unternehmen, Adresse Unternehmen.
  • Datum. Das Datum folgt den Kontaktdaten und sollte rechtsbündig sein.
  • Betreffzeile. Die Betreffzeile ist sehr wichtig, sie wird in einer etwas größeren Schrift und oft auch in Fett hervorgehoben. Hier solltest du die Position nennen, auf die du dich bewirbst. Sie ist meist das erste, was Personaler sehen. Kopiere diese Information ruhig aus der Stellenausschreibung und formatiere sie passend. So gehst du sicher, dass dir hier kein Fehler unterläuft.

2. Die Anrede 

Wirkt zwar unscheinbar, tatsächlich ist die richtige Anrede aber ein wichtiger Punkt im Bewerbungsschreiben. Im Idealfall sprichst du hier direkt die Person an, die das Schreiben lesen wird. Diese Information findest du entweder in der Stellenausschreibung oder auf der Internetseite des Unternehmens. Es kann also vorkommen, dass du ein wenig recherchieren musst, wer die richtige Ansprechperson ist. Im Zweifel kannst du auch beim Unternehmen anrufen und nachfragen. 

Solltest du partout keine:n Ansprechpartner:in finden, kannst du einfach das neutrale „Sehr geehrte Damen und Herren” nutzen.

Versuche aber möglichst, konkrete Ansprechpartner:innen zu finden, da das meist einen besseren Eindruck hinterlässt.

3. Die Einleitung 

Mit der Einleitung erweckst du das Interesse der Personaler und solltest daher darauf achten, individuell und kreativ zu sein. Generische Standardformulierungen wie „Hiermit bewerbe ich mich…” und „Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen…” solltest du daher vermeiden - damit landest du zuverlässig auf der Papierablage.

Versuche, individuell auf das Unternehmen und die Position einzugehen, um zu zeigen, dass du nicht einfach nur eine Bewerbung geschrieben hast, bei der du jedes Mal lediglich die Kontaktdaten austauschst.

Du kannst natürlich zusätzlich deine Stärken in Bezug auf die ausgeschriebene Stelle erwähnen oder wie optimal du dazu passen würdest. Erwähne ebenfalls deine vorherigen Erfahrungen. Wichtig ist, dass du Interesse weckst und die Personaler dazu bringst, weiterzulesen. 

Hier ein paar Ideen, wie der erste Satz aussehen könnte:

  • „Ich habe mich schon in meiner Kindheit mit xy befasst und bin auch heute noch fasziniert davon. Daher ist die Stelle als … wie für mich gemacht.”
  • „In Ihrer Stellenanzeige suchen Sie nach einer Person, die xy mitbringt. Da ich schon während meines Praktikums Erfahrungen darin sammeln konnte bin ich die passende Person für die Position” 
  • „In meinem Studium habe ich gelernt …, davon wird Ihr Unternehmen auch profitieren.”
  • „Durch folgende Studieninhalte an der Universität in xy habe ich gelernt, dass …, was mich wiederum zu einer Bereicherung für Ihr Unternehmen macht. 

Letzten Endes kannst du frei entscheiden, womit du überzeugen möchtest, solange du dich authentisch gibst und nicht zu sehr übertreibst. Denke einfach daran, was gesucht wird und wie du dazu passt. Du willst herausstechen und das schon mit dem ersten Satz, damit du am Ende zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wirst. 

4. Der Hauptteil 

Der Hauptteil ist das Herzstück deines Bewerbungsschreibens und sollte daher auch am meisten Platz einnehmen. Es geht im Hauptteil um deine persönlichen Qualifikationen, die Soft Skills. Da du deine Hard Skills schon im Lebenslauf abgedeckt hast, brauchst du diese hier nicht mehr zu erwähnen. Achte darauf, dass deine erwähnten Qualifikationen immer in Bezug zur Stelle stehen sollten. Sieh dir noch einmal die Anforderungen an, die in der Stellenanzeige stehen und versuche, darauf zielgerichtet mit deinen Fähigkeiten zu antworten. 

Im Idealfall nennst du konkrete Beispiele und Fakten, die untermauern, was du zu bieten hast. Hierzu kannst du auf Erfahrungen zurückgreifen, die du während deines Studiums, deiner Praktika oder Auslandsaufenthalten gemacht hast. 

Ein paar Beispiele hierfür wären:

  • „In meiner Studienzeit habe ich durch Projekt xy gelernt, …”
  • „Durch meine Arbeit als Praktikant:in … konnte ich dem Unternehmen folgendermaßen helfen.”
  • „Während meinem Auslandsaufenthalt in … habe ich gelernt …, was mir bei der Arbeit in Ihrem Unternehmen zugutekommt."  

Zögere nicht, alles zu erwähnen, was für die Stelle und das Unternehmen von Nutzen wäre. Sei selbstbewusst, was deine Fähigkeiten angeht und steche so aus der Masse hervor. Du möchtest im Hauptteil mit deinen Fähigkeiten punkten und deine zukünftigen Arbeitgeber:innen davon überzeugen, dass du eine Bereicherung für das Unternehmen wärst.

5. Stelle einen Bezug zum Unternehmen her

Nachdem du mit deinen Qualifikationen und Fähigkeiten gezeigt hast, dass du für die Position geeignet bist, solltest du auch noch einen Bezug zum Unternehmen herstellen.

Recherchiere vorher relevante Unternehmens-Informationen, damit du weißt, welche Herausforderungen es gibt und wie du dabei helfen könntest, sie zu überwinden. Du kannst deine vorher erwähnten Fähigkeiten auch gerne in Bezug zum Unternehmen setzen und somit zeigen, dass du eine ideale Kandidat:in für die Stelle wärst und dich gut in das Unternehmen einbringen kannst.

6. Der Schluss deines Bewerbungsschreibens

Der Schluss deines Bewerbungsschreibens ist wichtig, da er den Personalern im Gedächtnis bleibt. Sei also selbstbewusst und vermeide den Konjunktiv, da du damit fast zwangsläufig unsicher klingst. 

Stelle klar, dass du dich über eine positive Rückmeldung freust und fordere sie damit auf, sich bei dir zu melden. Sollte es in der Stellenanzeige erwähnt sein, wäre hier auch der Platz, um deine Gehaltsvorstellungen zu nennen oder dein frühestmögliches Eintrittsdatum zu erwähnen. 

So sprichst du über Gehaltsvorstellungen

Wenn du dich schon vorher darüber informiert hast, weißt du beim Vorstellungsgespräch bestimmt schon, welches Gehalt du gerne bekommen würdest. Vielen fällt es aber schwer, darüber zu reden. Solltest du auf deine Gehaltsvorstellungen angesprochen werden, sprich offen und klar an, was du dir wünschst. Das vermittelt Selbstbewusstsein und lässt trotzdem Spielraum für Verhandlungen.

Als Berufseinsteiger solltest du realistische Vorstellungen haben. Bringe deine Qualifikationen ins Spiel, denn so untermauerst du deine Vorstellungen. 

Wenn du deine Vorstellungen äußerst, bleib klar und deutlich. Du kannst zum Beispiel sagen: „Anhand meiner Qualifikationen liegt mein Wunschgehalt bei zwischen xy und yz €.”

Solltest du mehr Informationen suchen, lies dir gerne unseren Artikel zum Vorstellungsgespräch durch, dort haben wir ein paar weitere Details zum Gespräch über Gehaltsvorstellungen. 

Beispiele für passende Schlusssätze

„Ich freue mich auf Ihre positive Rückmeldung.”

  • „Gerne überzeuge ich Sie persönlich bei einem Vorstellungsgespräch.”
  • „Falls Sie noch Fragen haben, stehe ich Ihnen gerne telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung.”
  • „Ich würde mich freuen, bald von Ihnen zu hören.”

Bei der Grußformel kannst du bei Altbewährtem bleiben:

  • „Mit freundlichen Grüßen,”
  • „Mit freundlichem Gruß,”

Als Allerletztes kannst du noch ein Anlagenverzeichnis am Ende deines Anschreibens hinzufügen. Mögliche Anlagen dafür wären:

  • Lebenslauf
  • Zeugnisse
  • Zertifikate/Nachweise
  • Referenzen
  • Bescheinigungen
  • Empfehlungsschreiben

Anschreiben: Vermeide folgende Fehler 

Jetzt wo du weißt, was alles in ein Bewerbungsschreiben gehört, ist es noch wichtig kurz zu erwähnen, welche Fehler du vermeiden solltest:

  • Falsche Formalitäten. Finde eine:n Ansprechpartner:in und achte dann genau darauf, dass du deren Namen sowie den des Unternehmens richtig schreibst. Gehe außerdem sicher, dass der Briefkopf vollständig ist und dass du das aktuelle Datum nimmst.
  • Fehlerhafter Betreff. Vergewissere dich, dass du die richtige Position erwähnst. Wenn möglich, nimm einfach die Stellenbezeichnung aus der Anzeige.
  • Fehlerhafte Groß- und Kleinschreibung. Lies dein Bewerbungsschreiben auf jeden Fall Korrektur, damit du Rechtschreib- und Grammatikfehler vermeidest. Personaler sortieren Bewerbungen sofort aus, wenn sie fehlerhaft sind. Bitte deine Freunde, nochmal einen Blick drauf zu werfen, oft fallen einem selbst die Fehler gar nicht mehr auf. 
  • Vermeide Umgangssprache. Denk daran, dass die Bewerbung einen gewissen Grad an Professionalität zeigen soll. Obwohl das Bewerbungsschreiben nicht besonders formell sein muss, vermeidet man Umgangssprache.
  • Verwendung von Standardfloskeln. Wie erwähnt, sollte dein Anschreiben auf Grund von Individualität herausstechen. Versuche deshalb, auf generische Standardformulierungen und Floskeln zu verzichten. 
  • Wiederholungen. Ähnliches gilt auch hier. Da du sowieso nicht mehr als eine DIN A4 Seite schreiben solltest, bleibe konkret und wiederhole dich nicht. Wiederhole auch nicht einfach nur stumpf Sachen aus deinem Lebenslauf.
  • Copy & Paste. Personaler merken, wenn du einfach nur einen Text geschrieben und diesen ein paar Mal kopiert hast. Du sollst dein Anschreiben an das Unternehmen und die Stelle zielgerichtet anpassen. 
  • Verwendung des Konjunktivs. Du solltest selbstbewusst überzeugen, deshalb vermeide die Benutzung des Konjunktivs. Dieser lässt dich unsicher wirken. 
  • Zu lang. Achte darauf, dass du eine DIN A4 Seite nicht überschreitest. 
  • Falscher Versand. Halte dich an das, was in der Stellenanzeige steht. Wenn die Bewerbung über den Postweg erfolgen soll, kalkuliere die Versandzeit mit ein.

Tipps und Tricks

  • Gliedere das Bewerbungsschreiben in kurze Absätze und mach es dadurch übersichtlicher.
  • Nutze für alle deine Bewerbungsunterlagen die gleiche Schriftart und Schriftgröße, sowie das gleiche Design oder Layout. 
  • Sei authentisch und ehrlich.
  • Recherchiere vorher das Unternehmen und bereite dich vor. Mach dir Gedanken darüber, was du dem Unternehmen zu bieten hast und verkaufe deine Fähigkeiten. 
  • Halte dich an den Stil der Stellenanzeige und des Unternehmens. Wenn in der Anzeige geduzt wird, kannst du das auch tun. Solltest du unsicher sein, bleib beim Siezen. 
  • Gehe die Fehlerliste in diesem Artikel durch, um sie zu vermeiden. 
  • Wenn du fertig bist, vergleiche dein Bewerbungsschreiben mit den Tipps in diesem Artikel. Vielleicht fällt dir noch etwas auf, das du verbessern kannst.
  • Scheue dich nicht davor, um Hilfe zu bitten. Lass Familie und Freunde Korrektur lesen.  

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